Der Gickel Dezember 2019

Liebe Leserin, lieber Leser, wie viele Menschen finden es schade, dass das Jahr schon wieder zu Ende geht und wie viele mögen denken: „Got sei Dank, dass dieses Jahr bald vorbei ist und ich neue Hoffnung in ein neues Jahr seben kann?“ Wenn ich mir Eure Welt so ansehe, dann fällt mir oft nichts mehr ein. Was soll ich sagen? Wieder ein Jahr vor- bei, wieder ein Jahr älter und die Zähig- keit geht langsam aber sicher in Beschwerlichkeit und Müdigkeit über. Doch noch einmal zusammengerissen, denn wieder steht das Fest der Feste vor unseren Türen und mit dem neuen Jahr 2020 viel unbekanntes Freudiges und Leidiges - Erschüterndes und Mutmachendes! „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gofl, zu unsern Zeiten“. (ev. Gesang- buch Nr. 421) Seit weit über tausend Jahren singen die Christen verzweifelt und sehnsüchtig solche Worte. Sie gelten Dir und Deinen Mitmenschen und sie werden in Zukunft gelten. Auch nach diesem zur Neige gehenden 2019 mit der Jahreslosung „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gofl, zu unsern Zeiten“. (Ps. 34,15)

Ihr Menschen habt den Frieden ja immer schon verloren. Kriege, Terror, Mord und Totschlag, Hass und Gewalt, verachtenswerte Reden und blanker Hass – das waren und sind die Zeichen Eurer (im Großen wie im Kleinen) unfriedlichen Menschheit. Ich bekomme in meinem 360 Grad-Blick über Groß- und Klein-Zimmern viel mit von Ratlosigkeit, Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit – aber auch viel Mut, positives Denken, Einsab und sogar Wunderbarem! Die Welt ist dann doch nicht so schlecht, wie die Men- schen sie oft reden. „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gofl, zu unsern Zei- ten“. Das heißt aber auch, dass Du suchen musst, um zu finden. Wie war das noch? „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Auch wenn Du ihn – wie den Regenbogen mit dem Topf voller Gold – wahrscheinlich nicht erreichen wirst.

Bleibe weiter auf dem Weg! Schau nicht nach „den Anderen“, sondern tu was Du kannst und lass nicht zu, was das Leben zerstört. Ja, das ist schwer! Aber die Suche nach Frieden fängt ja nicht erst mit der internationalen Diplomatie und Politik an. Wie so oft kommt es gerade auf das Detail an. Frieden beginnt im eigenen Umfeld. So in der Familie, in der Nachbarschaft, beim Sport, im Straßenverkehr, in Vereinen, in Schule und Beruf und selbst in der Kirche. Aber Ihr schafft es in Eurem Leben immer wieder Unfrieden zu stiften. Oft liegt es am eigenen Herzen oder Euren Ängsten, nicht das dicke Ende der Wurst zu ergatern, oder dass  andere  womöglich mehr gesehen werden. Das ist Gift und macht unzufrieden, fies oder böse. „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gofl, zu unsern Zeiten“. Darum ist der Sohn Gotes, Jesus der Friedefürst zu Euch Menschen auf die Welt gekommen. Darum feiert Ihr an Weih- nachten seinen Geburtstag und seine Menschwerdung. Du hast auf dieser oft so besch…… Welt einen Auftrag: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Da kommt doch der Verkündigungsengel gerade recht mit seinem: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!“ Da passt doch auch die Jahreslosung für das neuen Jahr „wie die Faust auf´s Auge“: „Ich glaube; Hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9, 24) Mein Gickel-Wort zu Weihnachten endet mit Bitte und Gebet: Gott, verwandle Du die Menschen, die es nicht einfach haben, dass sie zum Frieden kommen und dass sie nicht schlaff und müde werden, sondern zufrieden sind. Lasse die Menschen an Dich und Deinen Sohn Jesus glauben und in Dir geborgen sein und sie so mutig werden, um sich den dunklen und trostlosen Mächten auf dieser Welt entgegenzustellen. Schönen Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen zufriedenen Jahresbeginn 2020 wünscht

Dein / Euer / Ihr

Gickel

Merbitz-Zahradnik, Michael
Merbitz-Zahradnik, Michael

Pfarrer und Stimme des Kirchturm Gickels