Liebe Leserin, lieber Leser,     

die Schwelle zum noch im Verschwommenen liegenden kündigt sich an. Schon wieder feiert ihr Menschen "Ankunft", d.h. "Advent".
So ist die Adventszeit eine Zeit der Erwartung. Die Christenheit hat sich von Beginn an jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit auf die Ankunft von Jesus Christus vorbereitet. Ihr feiert seine Geburt. Wenn die Menschen sein Kommen jedes Jahr neu erwarten und zu Weihnachten feiern, dann sollte das auch wirklich eine "Herzensangelegenheit" sein.
Etwas tief in Dir drin! "Wäre Christus nur in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bliebest ewiglich verloren."
So hat Angelus Silesius (1624- 1677) gedichtet.

Ein toller Gedanke für Dich Mensch:

Christus will in Deinern Herzen geboren werden, er will in Dir zur Welt kommen. Er will Dich mit seinen Gedanken beseelen und so Dein Tun und Dein Verhalten zu Deinen Mitmenschen aufs Beste verändern.  Genau darauf haben sich die Menschen früher in der Adventszeit vorbereitet. Zu diesem "inneren Krippenbau" gehörte, sich innerlich zu reinigen und sich selbstkritisch zu betrachten.

Wo bist Du von Gottes Wille entfernt und willst Du es nicht doch versuchen es besser zu machen? Deshalb war die Adventszeit in der Vergangenheit mehr eine karge Zeit, eine Fastenzeit, in der man auf besondere Genüsse verzichtet hat. Dafür gaben sich die Menschen Zeit zur Besinnung. Wenn ich das heute - von hier oben - so beobachte, dann kommt mir das alles sehr fremd vor. Der Charakter der Adventszeit hat sich gerade im letzten Jahrhundert doch sehr gewandelt.

Es sei Euch gegönnt, aber heute scheinen mir die vier Wochen vor Weihnachten eher eine Schleckerzeit zu sein: Stollen, Plätzchen, Lebkuchen und auf Weihnachtsmärkten Glühwein - auf der anderen Seite habt Ihr wenig Zeit, dafür aber viel Stress. Du kannst es beklagen, dass es so ist, und die Pfarrerschaft kann dagegen anpredigen, wie sie will: Einen Weg zurück in die Adventsfastenzeit von früheren Jahrhunderten wird es nicht geben. Trotzdem halte ich - in meinem Gickelshirn -den eigentlichen Gedanken, der im Advent steckt, warm! Ich sage ihn Dir noch einmal: Der Christus will auch in Dir geboren werden. Und er will auch durch Dich auf die Welt kommen. Wie?

Na, ein Beispiel aus jüngster Zeit - und treffend wie "die Faust aufs Auge":

Die besondere Herausforderung ist für Dich und die ganze Gesellschaft ist die Ankunft von immer mehr Flüchtlingen. Ich will es mal so sagen: Das ist doch auch eine Art von Advent! Der aber löst bei vielen (ich will es verstehen) Ängste aus - eine Abwehrhaltung: "Wir können nicht noch mehr aufnehmen. Das Haus ist voll."

Genau das mussten sich - der Weihnachtsgeschichte nach - auch Maria und Josef anhören, als sie endlich in Bethlehern angekommen waren: Für euch gibt es "keinen Raum in der Herberge" (Lukas 2, 7). Es ist schon alles voll.

Aus Sicht der Gastgeber betrachtet mag das vielleicht verständlich sein. Die Weihnachtsgeschichte nimmt aber die andere Perspektive ein: Nämlich den Blick der Obdachsuchenden. Für die hochschwangere Maria bedeutet es eine Katastrophe, keinen Ort zu finden, wo sie ihr Kind sicher zur Welt bringen kann.

Die aus Syrien, aus Afghanistan usw. zu Euch Geflüchteten brauchen auch einen Ort ....... .

Christus im Herzen ankommen lassen, das hieße, dass Du Dir den Blickwinkel der Weihnachtsgeschichte zu eigen machst und Dir die Schicksale dieser Menschen einmal vor Augen führst. Aus welchen schlimmen und lebensbedrohlichen
Situationen sind sie geflohen? Was brauchen sie?

Und wenn die Bibel ernst genommen wird, dann kann Dir auch in diesen Menschen sogar Christus selbst begegnen. Im Matthäusevangeliurn sagt Christus: "Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen. Ich war nackt, und ihr habt mich gekleidet... Denn: Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern oder Schwestern getan haot, das habt ihr auch mir getan." Christus kommt demnach in Dir zur Welt, wenn Du ihn im hilfsbedürftigen Mitmenschen erkennst.

Es lohnt sich darüber nachzudenken und auf das Herz zu hören.

Von hier oben wünsche ich einen guten Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen zufriedenen Jahresbeginn 2016.

Schenkt mir auch im neuen Jahr mal einen netten Blick nach oben Ihr/ Dein

Gickel

Auch wir schließen uns den guten Wünschen unseres "Außendienstrnitarbeiters" an und grüßen Sie/ Dich von Herzen

Brigitte Tesch - Vorsitzende des Kirchenvorstandes

Michael Merbitz-Zahradnik - Pfarrer

Michael Fornoff - Pfarrer

 

   
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