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Liebe Leserin, lieber Leser,

inzwischen haben Sie schon etliche Wochen eines ganz ungewohnten  Lebens hinter sich gebracht. Ihr tut mir natürlich leid und, da ich hier nicht wegkann muss ich mir das von hier oben anschauen. Es ist seltsam, denn der Himmel über mir ist blauer geworden, so ganz ohne Kondensstreifen. Es ist leiser geworden und die Menschen weniger und weniger geschäftig. Einige haben dafür gut zu tun, da sie „systemrelevant“ sind. Es herrscht kein Chaos und es geht doch irgendwie - anders halt. Ich richte mich nach wie vor nach dem Wind, was bleibt mir auch anderes übrig?

Diese Phase braucht keiner von Euch so wirklich. Aber was bleibt Euch anderes übrig? Mir ist mal „a...kalt“ auf meiner Kirchturmspitze und mal komme ich mir vor wie ein Grillhähnchen. Mal ist es nass und dann wieder staubtrocken. Wenn ein Kirchturmgickel etwas lernt, dann sind es Ausdauer, Geduld und vor allem aber Demut. Vor ein paar Wochen habt ihr das Osterfest gefeiert. Das Fest des Sieges über den Tod. Auch  mit dem Corona-Virus haben die Christen - zwar eingeschränkt und aus den Kirchen „ausgesperrt“ - erst den Kreuzestod betrauert, aber dann doch auf das leere Grab geschaut. Aus dem Gekreuzigten wurde der auferstandene Christus. Aus dem „Haupt voll Blut und Wunden“ wurde die Osterbotschaft: „Der Herr ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden!“ Trauer und Osterfreude kamen diesmal verstärkt per TV und Video in die Häuser. Und was habe ich mich und die Menschen in der Nachbarschaft sich über die morgendliche „Trompeten-Botschaft“ vom Kirchturm gefreut. Schön war´s und die Menschen haben auch mal wieder zu mir hochgeschaut.              

Der Herr ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden!“

Ist das denn nicht auch ein Mutmacher für die Corona-Krise und die Zukunft. Es bedeutet doch nichts anderes als, dass Ihr diesen Weg jetzt gehen müsst - aber eben nicht allein. Denn Gott ist ein solides Fundament auf dem ihr euch demütig, solidarisch und mutig bewegen dürft. Demütig sein heißt akzeptieren, dass Euch Menschen auch in Zukunft Schicksalsschläge bis hin zum Tod natürlich nicht erspart bleiben werden. Das war so, das ist so und das wird auch immer so bleiben! Also: „Gürtet euch mit Demut, denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“ (1. Petrus 5, 5)

Von dem französischen Schriftsteller Jean Dutourd (1920—2011) ist dieser schlaue Ausspruch: „Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, dass alles gutgehen wird, aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schiefgehen wird.“

Jetzt bleibt mir nur Ihnen zu wünschen, dass Sie - mit Gottes Hilfe - Corona überstehen - und es Ihnen im Frühling nicht zu kalt und im Sommer nicht zu heiß wird.          

Dein / Euer / Ihr                             

                                                       Gickel

   
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