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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Grüß Gott“ und „Gude“ wie man in unseren Breiten ja so schön sagt! „Ihrer Hühner waren drei - und ein stolzer Hahn dabei.“ So kennt Ihr es von Wilhelm Busch und seinen Geschichten von Max und Moritz. Hühner und Hahn scharrten also friedlich im Hof von Witwe Bolte. Traurig aber wahr: Mein Artgenosse hatte - zusammen mit seinen Frauen - durch die Gemeinheit der bösen Buben ein ganz jämmerliches Ende gefunden. Ich bin auch ein stolzer Hahn. Allerdings - obwohl evangelisch - zoelibatär lebend. Ich bin eben ganz und gar für Sie und Euch da unten und meine Kirche da. Ich bin stolz, dass ich auf der Spitze dieser schönen Zimmner Kirche meine Kreise im Wind drehen darf. Ein sicherer Job! Ich bin stolz, dass sich Menschen - wie ich immer wieder sehe - an mir erfreuen. Ich mache ja auch keinen Lärm und bin pflegeleicht und sauber. 

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

inzwischen haben Sie schon wieder einige Wochen des so ungewohnten  Lebens mit dem Corona-Virus hinter sich gebracht. Ich erlebe Menschen, die sich über ihren Impftermin freuen und andere, die sich ehrlich mit-freuen. Dann kommen Menschen sehr gerne zum Präsenzgottesdienst, weil es „live“ halt doch noch mal was anderes ist. Gerade die kleinen Freuden des Lebens sind „das Salz in der Lebenssuppe“ und oft ist „weniger tatsächlich mehr“. Nicht so können, wie man gerne möchte ist wie eine Behinderung, tut weh aber es erdet auch. Den Einen mehr, den Anderen weniger. Das ist Arbeit und vor allem eine riesengroße Herausforderung.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

im Moment, da diese Zeilen entstehen glüht mir der Bürzel durch die große Hitze. Nicht nur die Natur auch ihr Menschen stöhnt. Jetzt merkt ihr wieder mal, wie wichtig das Klima ist. Ein paar Tage ist es ganz schön, aber dann sehnt ihr euch nach Regen und kühleren Winden. Das Eis an den Polen und in den Bergen wird weniger. Drama in der Natur und politische Tragödien in Ländern - nicht nur weit weg. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, setzt jetzt auch noch „ein Virus“ allem die Krone auf.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

inzwischen haben Sie schon etliche Wochen eines ganz ungewohnten  Lebens hinter sich gebracht. Ihr tut mir natürlich leid und, da ich hier nicht wegkann muss ich mir das von hier oben anschauen. Es ist seltsam, denn der Himmel über mir ist blauer geworden, so ganz ohne Kondensstreifen. Es ist leiser geworden und die Menschen weniger und weniger geschäftig. Einige haben dafür gut zu tun, da sie „systemrelevant“ sind. Es herrscht kein Chaos und es geht doch irgendwie - anders halt. Ich richte mich nach wie vor nach dem Wind, was bleibt mir auch anderes übrig?

Liebe Leserin, lieber Leser,

und gerade noch „Weihnachtszeit“ und schon folgt das „Osterheft“.

Wenn ihr Gäste erwartet, dann deckt ihr euren Tisch sehr schön—mit allem drum und dran. So einladend hergerichtet wird das Möbel zum Symbol. Zusammen zu Tisch sitzen und speisen hat große Bedeutung. So wird der Tisch zum Zeichen für eure Zusammengehörigkeit. Bei euren Feiern, wie Hochzeiten, Geburtstagen und Konfirmationen wird so mancher schnaufen: „Schon wieder essen!? Wir hatten gerade doch erst das Mittagessen!“ Ihr tafelt ja nicht, weil ihr Kohldampf schiebt, sondern weil eure Tischgemeinschaft zeigt, dass ihr miteinander verbunden seid und das auch, wenn ihr euch gar nicht so oft seht. Gemeinschaft! Aber dieses Bewusstsein scheint bei euch verloren zu gehen. Gemeinschaftliches Essen steht für Gastfreundschaft und Verbundenheit.

   
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