Die sich im alten Zentrum des Ortes befindende evangelische Kirche ist in drei unterschiedlich alte Baukörper gegliedert. Aus dem Kirchenbau von 1475 stehen der Chor, die Taufkapelle und die Untergeschosse des Turmes aufrecht. Das Langhaus wurde im 18. Jahrhundert niedergelegt und 1781 durch einen barocken Saalbau ersetzt. Der in das Kirchenschiff einspringende Westturm erhielt 1844 seine jetzige Höhe und Gestalt.

Der dreiseitig geschlossene Chorraum besitzt ein Netzgewölbe, dessen Rippen sich im Chorschluss auf Diensten und an den Seitenwänden auf mit Wappenschildern versehenen Konsolen stützt. Der Chor erhält sein Licht von zwei- und dreibahnigen Maßwerkfenstern, wobei das westliche der Südwand heute als Blendfenster ausgebildet ist. Zugehörig zur gotischen Substanz ist die in die Nordwand eingelassene wimpergbekrönte Sakramentsnische. Die niedrige Taufkapelle besitzt zwei kleine spitzbogige Fenster und ein Kreuzrippengewölbe. Sie ist in zwei großen spitzbogigen Öffnungen zum Chor und Langhaussaal hin geöffnet. Der Langhaussaal wird durch hohe Fensteröffnungen in den Seitenwänden belichtet. Die Fensternischen sind an der Fassadenseite mit Sandsteingewänden einfasst. Zwei der vier Portale sind mittig in den Seitenwänden angeordnet und zwei flankieren den an der Westfassade leicht vorspringenden Turm. Die Wandflächen des Langhauses sind im Innenraum ungegliedert. Der Deckenanschluss ist als hohe Voute ausgebildet, die von Stuckleisten eingefasst wird. Der Deckenspiegel wird ebenfalls von einem Stuckprofil begrenzt.

 

Hans Michael Hangleiter, Restaurator

   
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