nach der Kircheninnenrenovierung

Bei jedem Auto fallen irgendwann notwendige Reparaturen oder eine gründliche Inspektion an. Jedes Haus muss früher oder später renoviert werden, um den Erhalt des Gebäudes zu sichern. So ist es auch mit jeder Orgel, die im Durchschnitt ungefähr alle 20 Jahre gründlich gereinigt werden muss. Wie man sich leicht vorstellen kann, fällt in einer so langen Zeit ziemlich viel Staub an, der sich in jeder einzelnen Pfeife festsetzt und vor allem der schmalen Kernspalte sehr zusetzt. (Anm.: Die Kernspalte ist der „Schlitz“ am unteren Teil der Pfeife. Das ist der wichtigste und auch empfindlichste Bauteil jeder Pfeife.)

Das hat zur Konsequenz, dass bei der Reinigung einer Orgel alle Pfeifen ausgebaut werden müssen, um sie dann einzeln von Hand zu bearbeiten. Bei den 18 klingenden Registern unserer Orgel sind dies immerhin kapp 1200 Pfeifen, die sich die Orgelbauer der Orgelbaufirma Bosch nun vornehmen müssen. Der Zeitpunkt, direkt nach der Innenrenovierung  ist günstig und es ist bei unserer Orgel auch dringend geboten, denn seit der Erbauung der Orgel  im Jahr 1963(!) wurde sie bisher noch nie gereinigt. Bei dieser Maßnahme werden natürlich auch kleinere Reparaturen ausgeführt, sowie Verschleißteile wie Anschlagsfilze, Lederpulpeten, oder Ventilbeläge durch Neue ersetzt.

Bei dieser Gelegenheit können in unserer Orgel auch akustische Veränderungen vorgenommen werden. Vor allem erhält die Orgel, mit einer Trom-pete 8’, ein neues Zungenregister. Dieses Register hat einen sehr vollen und kräftigen Klang und wird in der guten Akustik der Kirche ganz besonders zur Geltung kommen. Zudem gibt es einige Umstellungen in der Orgel, so werden einzelne Register der beiden Manuale ausgetauscht. Dies dient vor allem dem Ziel, den Klang der Orgel, vor allem im 2. Manual, weicher, voller und „grundtöniger“ zu gestalten, und dadurch das scharf und hell klingende Klangideal der 1960er  und 70er Jahre zu verändern. Alle Pfeifen der Orgel werden  schließlich  wieder eingebaut und jede einzelne Pfeife muss dann in Ihrer Tonhöhe gestimmt und in ihrem Klang intoniert werden. Dies ist ebenfalls eine sehr aufwändige und schwierige Arbeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Hieraus kann man auch nachvollziehen, dass diese etwa vier Wochen dauernde Arbeit sehr hohe Kosten von insgesamt knapp über 40.000 Euro verursacht. Daher ist die evangelische Kirchengemeinde, zur Finanzierung der Orgelrenovierung, natürlich auch auf zusätzliche Spenden angewiesen. Die Orgel ist in der Regel ein sehr langlebiges Musikinstrument, und daher lohnen sich  diese hohen Investitionen. Außerdem hat die „Zimmener Orgel“ in unserer Kirche einen hohen Stellenwert, denn auch durch die Königin der Instrumente, wird der neu renovierte Kircheninnenraum zusätzlich in klangvoller Pracht „erstrahlen“.

 

Ulrich Kuhn

   
© 2014 evang. Kirchengemeinde Groß-Zimmern