Aus der Groß-Zimmerner Kirchengeschichte

August Wilhelm Heinrich Knodt

wurde am 25. März 1859 im Pfarrhaus zu Eppelsheim in Rheinhessen als fünfter und jüngster Sohn des Pfarrers Johann Knodt und seiner Ehefrau Elise, geb. Schmidt geboren. Er besuchte die Höhere Schule in Büdingen. Der junge August Knodt studierte in Straßburg und Gießen, wo er im Jahre 1882 auch die Fakultätsprüfung ablegte. Seine Kommilitonen rühmten sein frisches, frohes und offenes Wesen und dass sein Klavierspiel ganz hervorragend gewesen sei. Bevor Pfarrer Knodt nach dem Besuch des Predigerseminars zu Friedberg und der Abschlussprüfung 1883 in Darmstadt nach Groß-Zimmern kam, war er Vikar und dann Verwalter in Oberwiddersheim. Dort schloss er auch seine Ehe mit Helene Fertsch.

Pfarrer Heinrich Lebrecht widersteht der Gewalt gemeinsam mit seiner Kirchengemeinde Groß-Zimmern



Seine Tochter Marianne erinnert sich

 

Gewalt in der Kirche, gibt es das überhaupt? Es herrschte Gewalt in der Kirche des Dritten Reiches, ausgelöst vor allem durch die damaligen Kirchenführer der Deutschen Evangelischen Kirche. Eine Form der Gewalt erlebte die Bevölkerung, indem Menschen in Massen versammelt wurden, um irreführende Reden von damals bedeutenden Parteigenossen direkt oder durch das Radio zu hören. Gewalt äußerte sich in diesen Reden darin, dass Unwahrheit als Wahrheit erklärt wurde. Auf der negativ berühmten Sportpalastkundgebung der „Deutschen Christen" in Berlin hielt Dr. Krauße als "Deutscher Christ" die Rede.

 

nach der Kircheninnenrenovierung

Bei jedem Auto fallen irgendwann notwendige Reparaturen oder eine gründliche Inspektion an. Jedes Haus muss früher oder später renoviert werden, um den Erhalt des Gebäudes zu sichern. So ist es auch mit jeder Orgel, die im Durchschnitt ungefähr alle 20 Jahre gründlich gereinigt werden muss. Wie man sich leicht vorstellen kann, fällt in einer so langen Zeit ziemlich viel Staub an, der sich in jeder einzelnen Pfeife festsetzt und vor allem der schmalen Kernspalte sehr zusetzt. (Anm.: Die Kernspalte ist der „Schlitz“ am unteren Teil der Pfeife. Das ist der wichtigste und auch empfindlichste Bauteil jeder Pfeife.)

Die sich im alten Zentrum des Ortes befindende evangelische Kirche ist in drei unterschiedlich alte Baukörper gegliedert. Aus dem Kirchenbau von 1475 stehen der Chor, die Taufkapelle und die Untergeschosse des Turmes aufrecht. Das Langhaus wurde im 18. Jahrhundert niedergelegt und 1781 durch einen barocken Saalbau ersetzt. Der in das Kirchenschiff einspringende Westturm erhielt 1844 seine jetzige Höhe und Gestalt.

Der dreiseitig geschlossene Chorraum besitzt ein Netzgewölbe, dessen Rippen sich im Chorschluss auf Diensten und an den Seitenwänden auf mit Wappenschildern versehenen Konsolen stützt. Der Chor erhält sein Licht von zwei- und dreibahnigen Maßwerkfenstern, wobei das westliche der Südwand heute als Blendfenster ausgebildet ist. Zugehörig zur gotischen Substanz ist die in die Nordwand eingelassene wimpergbekrönte Sakramentsnische. Die niedrige Taufkapelle besitzt zwei kleine spitzbogige Fenster und ein Kreuzrippengewölbe. Sie ist in zwei großen spitzbogigen Öffnungen zum Chor und Langhaussaal hin geöffnet. Der Langhaussaal wird durch hohe Fensteröffnungen in den Seitenwänden belichtet. Die Fensternischen sind an der Fassadenseite mit Sandsteingewänden einfasst. Zwei der vier Portale sind mittig in den Seitenwänden angeordnet und zwei flankieren den an der Westfassade leicht vorspringenden Turm. Die Wandflächen des Langhauses sind im Innenraum ungegliedert. Der Deckenanschluss ist als hohe Voute ausgebildet, die von Stuckleisten eingefasst wird. Der Deckenspiegel wird ebenfalls von einem Stuckprofil begrenzt.

 

Hans Michael Hangleiter, Restaurator

Seit Ostersonntag können wir unsere frisch renovierte Kirche wieder nutzen. Was wir mit einem Festgottesdienst und einer wohltuend schlichten Feier begangen haben. In verkürzter Form geben wir die Worte von Pfarrer Michael Fornoff, dem zusammen mit den Mitgliedern des Bauausschusses und allen anderen Beteiligten ein Riesenkompliment gebührt, wieder:        (mmz)

 

 

Seit dem 12. März 2003 bestand mit der Kirchenverwaltung der EKHN die Übereinkunft, dass in den folgenden Jahren sowohl eine Außen-, als auch einen Innenrenovierung durchgeführt werden sollte.

   
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