Am Nachmittag des 14.10.2012 starteten wir aus dem verregneten Groß-Zimmern zu unserer großen Reise nach Namibia. Zunächst gings per Nachtflug nach Johannesburg und dann weiter nach Windhuk. Dort wurden wir um die Mittagszeit freundlich von unserem Reiseleiter Klaus und dem Ehepaar Corzilius begrüßt, welche nun in Windhuk ihr neues Zuhause gefunden haben. Nach Hotelbezug folgten noch eine Stadtrundfahrt und ein schöner Abschluß in Joe’s Beerhouse.

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Am dritten Tag besuchten wir in Rehoboth das ELCAP-Centre. Hier kümmert man sich um die vielen AIDS-Infizierten und –Erkrankten. Ganz berührt lauschten wir den Ausführungen des zuständigen Pfarrers. Unter anderem berichtete er, wie nach Kürzungen von Spendengeldern viele Mitarbeiter trotz einer Lohnkürzung um mehr als 50% weiterarbeiteten, weil die Arbeit so wichtig ist und sie als Christen darinnen ihre Aufgabe sehen. Die Fahrt führte uns weiter südlich und wir erreichten die KALAHARI DESERT LODGE. Nach einer ersten Pirschfahrt im offenen Jeep genossen wir den ersten Sonnenuntergang mit einem SUNDOWNER-Drink. Müde und voller Eindrücke erreichten wir unsere Lodge, labten uns am tollen Abendessen und schliefen erschöpft und glücklich in dieser Nacht.

Tags drauf fuhren wir weiter gen Süden, unterwegs besichtigten wir den Köcherbaumwald, fuhren teilweise stundenlang über Schotterpisten, ohne andere Fahrzeuge oder Menschen zu sehen, machten Halt bei zwei deutschen Soldatengräbern von 1906, bis wir am frühen Abend unsere Lodge erreichten. Das besondere Abendangebot war dann ein Abendspaziergang mit der Besteigung einer Felsformation und einem herrlichen Sonnenuntergang in der Nähe der Canon Village Ladge.

Am fünften Tag erwartete uns als besonderer Höhepunkt der zweitgrößte Canon der Welt, der FISH- RIVER-CANON, welcher 160KM lang, bis zu 27KM breit und 500Meter tief ist Es folgte eine lange Fahrt hin zur ältesten Wüste unserer Erde, der NAMIB-Wüste. Spät abends erreichten wir die Namib-Desert- Lodge.

Am 19. Oktober hieß es dann, früh aufstehen und wir fuhren gegen 5 Uhr los in die Namib-Wüste zum Sonnenaufgang. Beeindruckt von der tollen Landschaft erkundeten wir Sossousvlei und viele Mutige bestiegen mit Klaus, unserem Reiseleiter, eine 100Meter hohe Sanddüne. Anschließend stiegen wir hinunter in den Sesriem Canyon, wo eine Puffotter uns fast den Weg versperrte. Nach der Rückkehr zur Lodge, einem kühlen Bad im Pool folgte eine Jeepfahrt rund um die Lodge mit Tierbeobachtungen und dem genießen der faszinierenden Landschaft.

Der folgende Tag war überschrieben mit dem Titel, „Von der Wüste zur Küste“. Eigentlich sollte es ein kurzer Fahrttag sein, der uns nach Swakopmund führen sollte und uns Zeit geben sollte zum Entspannen und Erholen in diesem schönen Küstenstädtchen. Doch es kam ganz anders. Nach 2 Fahrtstunden blieben wir plötzlich und unerwartet mitten in der Wüste kurz hinter dem Gaubpaß liegen. Ein kaputter Bremskraftverstärker zwang uns zu einer dreieinhalb-stündigen Pause bei bis zu 50° mitten im Nirgendwo. Glücklicherweise hatten wir ausreichend Getränke dabei und wir vertrieben uns die Wartezeit auf die unterschiedlichste Art. Manche ruhten und ließen die Gedanken schweifen über all die vielen Erlebnisse, die schon geschehen waren, andere erforschten die Umge- bung des Busses, andere lasen Geschichten vor und einige nutzten die Zeit um einige Golfprobeschwünge und schläge zu versuchen. Nach genau drei Stunden kam ein Mechaniker und machte innerhalb von 30 Minuten unseren Bus wieder flott. Doch auch dann kamen wir nicht mehr sehr weit, denn nach 45 Minuten platzte auch noch ein Vorderreifen.Mit großen Anstrengungen schafften wir das geplante Tagesprogramm und sahen die Welwitschia Mirabilis, die Mondlandschaft und die Flechten und Moose in der Wüste. Zum Sonnenuntergang erreichten wir Swakopmund, bezogen unser Hotel und ließen den Abend in einem sehr guten Fischrestaurant ausklingen.

Nach dem Frühstück am Sonntag, dem 21.10.2012 fahren wir zu einem Gottesdienstbesuch in einer evangelisch-lutherischen Okavangogemeinde in einem Armenviertel Swakopmunds. Uns erwartet ein einfaches Kirchengebäude, gefüllt mit ca. 700 einheimischen Christen. Wir werden freundlich begrüßt, haben Ehrenplätze in der ersten Reihe und erleben einen 3 stündigen Abendmahlsgottesdienst in der Sprache der Okavango. Anstelle einer Orgel intoniert ein engagierter Chor alle Lieder, die Melodien sind uns aus unserem Gesangbuch vertraut, aber verstehen können wir nur Eigennamen. Am Ende des Gottesdienstes werden Grußworte gesprochen und wir überreichen Geschenke. Es war ein eindrücklicher Gottesdienst, mit vielen engagierten Christen, braven Kindern, einer solidarischen Gemeinde und einer interessanten Form des Kollekteeinsammelns (Jeder ging einzeln nach vorne und warf für alle sichtbar seine Kollekte in bestimmte Körbe). Anschließend folgte eine Stadtrundfahrt bis 14 Uhr durch Swakopmund mit Vierteln der Reichen, der Armen und der Ärmsten. Am Nachmittag folgte ein individueller Stadtrundgang oder eine Verschnaufpause im Hotel bis wir dann alle um 19 Uhr zusammen im „Lighthouse“ die Fischspezialitäten genießen konnten. Zur Überraschung war unser doch etwas „erschöpfter Bus“ gegen einen neuen ausgetauscht worden und wir hofften nun keine Buspannen mehr erleben zu müssen.

Doch schon tags drauf am Montag, dem 22.10.2012 ging es weiter. Anstelle der geplanten Abfahrt um 7.45 Uhr warteten wir zwei Stunden auf den „neuen“ Bus, der mit Getriebeproblemen zu kämpfen hatte. Es folgte ein straffes Programm unter anderem sahen wir die berühmten Felszeichnungen von Twyfelfontein, die „OrgeIpfeifen, den Verbrannten Berg" und den „Versteinerten Wald“ bevor wir erschöpft und voller neuer Eindrücke die Damara Mopane Lodge wenige Minuten vor 21 Uhr erreichten. Ein schmackhaftes Buffet entschädigte für so Manches und ein toller Tag ging zu Ende.

Dienstags fuhren wir um 8.15 Uhr in ein Himbadorf in Gelbingen. Die Himbas leben noch sehr urtümlich, im Dorf waren nur Frauen und Kinder anzutreffen, da die Männer bei ihren Herden weit weg sind und nur ab zu nach ihren Familien sehen. Wir hatten eine Führung von ca. 11.45 Uhr bis 13.00 Uhr und fuhren dann weiter zum nächsten Höhepunkt, dem Etosha-National-Park. Wir waren total beeindruckt von den vielen ganz verschiedenen Tieren in freier Wildbahn. Abends beobachteten wir an den verschiedenen Wasserstellen Giraffen, Kudus, Oryx, Zebras, Springböcke und sogar eine große Löwenfamilie. Gegen 19 Uhr erreichten wir das Etosha- Safari-Camp.

Der folgende Mittwoch war erfüllt mit allerlei Tierbeobachtungen, insbesondere den Elefanten, die direkt neben der Straße uns mit ihrem Rüssel ihre Fertigkeiten zeigten, wie man Gräser abreißt, ausschüttelt und dann genüsslich verspeist. Nach dem späten Mittagessen im Park gab es eine kurze Verschnaufpause im Camp und Abends zum Sonnenuntergang ging es wieder in den Park. Als besonderer Höhepunkt war dann beim Abendessen die kleine Geburtstagsfeier für eine bzw. zwei Teilnehmerinnen mit Lifemusik und anderen Überraschungen.

Am folgenden Donnerstags ging es südwärts Richtung Outjo, doch seltsamerweise fuhr unser Bus sehr langsam. Lediglich der dritte und der vierte Gang waren noch einzulegen und so mußten wir ca. 6 Stunden auf Ersatzteile aus Windhoek warten bevor wir zur Überraschungs Logde dem Mount Etjo Camp kamen. Eine tolle Anlage erwartete uns mit Pool, mit Flamingos und Nilpferden und nach dem gegrillten „BRAI“ fuhren wir spätabends noch zu einer Löwenfütterung.

Am Freitag folgte noch einmal eine tolle Pirschfahrt, wo wir u.a. einem Rhinozeros ganz nahe kamen. Doch dann ging alles nach einem Abschlussbild ganz schnell. Wir fuhren nach Windhoek zum Flughafen, trafen noch einmal Familie Corzilius und flogen mit SAA über Johannesburg nach Frankfurt und erreichten am 27.10.2012 wohlbehalten, mit einem tollen Bus, erschöpft und voller toller Eindrücke die Heimat bei Schneetreiben und einem Temperaturunterschied von 35°Celsius.

 

Michael Fornoff

   
© 2014 evang. Kirchengemeinde Groß-Zimmern