Liebe Leserin, lieber Leser,     

diese Ausgabe schlägt einen „Regen“- Bogen über das Ende der Sommerferien, Erntedank, zum Ende des Kirchenjahres am Ewigkeitssonntag bis hin zum 1. Sonntag im Advent. Nach viel Sonne tauchen die letzten Feiertage am Ende des Kirchenjahres schon wieder auf. Diese Tage im November mit ihren nachdenklich stimmenden Inhalten: Ihr Menschen gedenkt der großen Kriege in der Geschichte und hofft auf Frieden für alle Welt am 03. Oktober, am 9. November oder dem Volkstrauertag. Ihr habt den Buß- und Bettag (18. November), erkennt hoffentlich eure sündhaften Seiten, greift euch an die eigene Nase und hofft auf mehr Gerechtigkeit. Am Ewigkeitssonntag denkt ihr besonders an eure Verstorbenen und was ihr selbst erwarten dürft in euerem eigenen Leben.

 

Bei diesen Feiertagen geht es um Veränderungen, die ihr von der Gemeinschaft als Christenmenschen erhoffen dürft.

Wenn ihr in eure Bibel schaut, dann findet ihr beim Propheten Jesaja: „Blinde sehen, Taube hören, Lahme springen wie ein Hirsch.“ (Jesaja 35, 5f.)

Er ist nicht ohne Hoffnung und Zuversicht!

Jesaja redet doch sehr von einer großen Veränderung, von der Zukunft Gottes - ja, von der neuen Erde.

Geht sein großartiges Zukunftsbild von der neuen Welt aber nicht doch ein bisschen zu weit: Blinde sehen, Taube hören, Lahme springen wie ein Hirsch. In der trockenen Wüste entstehen Wasserteiche, Menschen gehen über wunderbare Straßen - was ihr euch heute beim Zustand eurer Verkehrswege wünschen würdet. Vor allem haben sie keine Angst, auch wenn es dunkel wird und sie jauchzen und freuen sich.

Mit meinem Gickelshirn kann ich mir vorstellen, dass euch dieses schöne Zukunftsbild fast etwas hilflos werden lässt.

Da hat Jesaja - ein Mann Gottes - vor 2.700 Jahren einen Wachtraum gehabt. Aber was geht euch das heute an?

Nun, dieser Prophet mag ja sehr dick aufgetragen haben, aber er hat doch auch recht. Denn, wer sich von euch Menschen in die Zukunft hineindenkt, der oder die kommt ohne besondere Bilder gar nicht aus. Das muss wohl auch so sein: Wünsche und Hoffnungen von euch Menschen sind immer auch mit Bildern verknüpft.

Diese Sätze erinnern doch sehr an Jesus. Die Evangelien berichten, dass er diese Weissagung des Propheten erfüllt habe. Als der große „Doc“ seiner Zeit hat er den Kranken - wie auch immer - „auf die Sprünge geholfen. Und die Bibel sagt: In den Heilungsgeschichten, die von Jesus berichten liegt ein Zeichen für die Zukunft. Eines schönen Tages wird es kein Leid mehr geben, kein Schmerz und kein Geschrei, und Gott wird abwischen die Tränen von allen euren Menschengesichtern. Diese Hoffnung ist also mit dem Namen von Jesus verbunden, für den ich doch auch hier oben auf der Kirchturmspitze hocke und euch beobachte.

Liebe Leserin, lieber Leser, stelle Dir bitte dieses Bild vor: Eine Bildhauerwerkstatt. Da stehen Figuren herum. Sie sind noch unvollendet, besonders die Gesichter.

Und ihr Menschen seid auf eurem Lebensweg auch nicht fertig geworden. Der schöne Plan von Gott, als er Dich/ Euch im Mutterleib formte, ist Stückwerk geblieben. Die Älteren sind durch Kriege, Gefangenschaft und Vertreibung gebremst, die Jüngeren durch Schul- und Ausbildungsmiseren. Unter jedem Dach - auch unter denen, die ich von hier nicht sehen kann - wohnt ein Ach!

Ich stelle mir das so vor: Zu Beginn des ewigen Lebens kehrt der Meister Jesus in seine Werkstatt zurück und vollendet, was in diesem Leben Bruchstück geblieben ist.

Es ist halt noch nicht erschienen, was Du - lieber Mensch - einmal sein wirst.

Mit guten Wünschen Dein / Euer / Ihr

Gickel

   

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